Wie ergab es sich, dass Birgit Coach wurde?

 

Mit 55 ist sie plötzlich aufgewacht!

Das Aufwachen mit 55 war ein plötzliches Erwachen. Der Verband, den Birgit seit 1990 als geschäftsführende Vizepräsidentin geleitet hatte entschied, dass die Praxisberatung abgelöst werden sollte durch reine Lobbyarbeit. Das wollte Birgit nicht mittragen und beschloss, ihren eigenen Weg zu gehen. Sie war von all den Möglichkeiten, die sich auftaten erst einmal verwirrt und durch die erzwungene Veränderungssituation deprimiert. Ein Coaching half, Klarheit zu finden. Ihre Lebensfreude und Neugierde überwogen sehr schnell und sie stürzte sich in das, was sie gern tut: Menschen unterstützen, ihren Weg zu finden, ihren Traum zu leben, Ziele zu formulieren und Lösungen zu finden.

Daneben arbeitet sie genau daran auch für Ihr eigenes Leben. Sie besuchte eine einjährige Weiterbildung zum „Coach der Wirtschaft (IHK)“, arbeitet am Aufbau ihrer Website und pflegt fleißig ihre Netzwerke.
Wie war das als ihr euch 1992 kennengelernt habt?

Mit Anfang 30 tickte Birgits innere Uhr so laut, dass entgegen aller vorherigen Beteuerungen nun doch eine feste Beziehung, Kinder und Haus auf dem Plan standen. Ganz unschuldig war ich daran sicher nicht (😉).

Scheinbar ganz klassisch ging das Leben nun los: Haus kaufen, schwanger, heiraten, Kind 1, Kind 2 und ein Hund.

So war es in der Realität aber nicht: Die Kinder bekam sie nur, weil ich zusicherte, dass ich Erziehungsurlaub nehmen würde. Angestellt im öffentlichen Dienst war ich 1995 beim NDR in Hannover der erste Mann, der jemals Erziehungsurlaub beantragt und genommen hat. Zum Glück bin ich Amerikaner und es wurde diesem Umstand zugeschrieben, dass ich halt ein bisschen anders bin als die anderen Männer.

Unsere Hochzeit in Kalifornieen

Traumauto

Was machte Birgit beruflich?

Birgit baute derweil den 1990 gegründeten Verband für Wärmelieferung auf, leitete ein großes Forschungsvorhaben, das sie selbst an Land gezogen hatte und arbeitete daneben u.a. für Ernst Ullrich von Weizsäcker und das damals neu gegründete Wuppertal Institut. Die Kinder kamen fast nebenbei, denn nicht nur der Verband musste aufgebaut werden, sondern auch die Dienstleistung „Energielieferung“ neu am deutschen Markt etabliert werden. 

Wie kam es, dass Birgit remote arbeitete?

Um Zeit für die Kinder zu haben, arbeitete Birgit von Anfang an von zuhause aus mit 2 Präsenztagen im Büro, wie das damals hieß. Remote konnte man es noch nicht nennen, denn das Internet existierte noch nicht.

Zur Vereinfachung der Tätigkeit informierte Birgit sich ständig über Veränderungen in der IT Welt. Sobald sich die Möglichkeiten ergaben, wurden im Verband Remote-Arbeitsplätze eingerichtet. Die Mitarbeiter, die Birgit zum Teil selbst ausgebildet hatte, gründeten inzwischen auch Familien und die Arbeitsplätze mussten nun auch familientauglich werden. Eine Mitarbeiterin wohnte in Mecklenburg-Vorpommern und pendelte zweimal pro Woche nach Hannover, eine Mitarbeiterin arbeitete fest vom Ruhrgebiet aus.

 

 

Heidelberg

 

Wie organisierte Birgit diese remote-Tätigkeiten?

Es zeigte sich, dass die Kommunikation durch diese Verhältnisse gut organisiert werden musste. Das klappte sehr gut und das Unternehmen stellte mit der Zeit fest, dass effizienter gearbeitet wurde, als wenn alle im Büro arbeiten würden. Dokumentation war extrem wichtig. Projektmanagement und klare Zuständigkeiten und Absprachen vereinfachten die Arbeit.

Nur durch dieses IT-gestützte und frühzeitig digitalisierte Arbeitsumfeld war es möglich, die Mitarbeiter optimal zu motivieren, Reibungsverluste zu vermeiden und Höchstleistung zu erbringen. Marketing bekam einen hohen Stellenwert. Corporate ID, Styleguide, Website, E-Mail Vermarktung von Konferenzen, Seminaren und Tagungen. Viele Individualberatungen zum Aufbau des Geschäftsfelds Energie-Contracting bestimmten den Arbeitsalltag. Das Produkt wurde im DACH-Raum sehr gut angenommen.

Immer wieder stand die IT zum Zwecke der Vereinfachung von Arbeitsprozessen im Mittelpunkt von Birgits organisatorischer Tätigkeit. 1995 remote arbeiten, eigenen Server einrichten, Zugänge von unterwegs einrichten, online Kollaboration der Arbeitskreise, Auslagerung in die Cloud und Einführung von Office 365 mit dem Umbau des CRM und Aufbau eigener Workflows zur weiteren Arbeitsvereinfachung. So wurde z.B. das Eventmanagement weitgehend automatisiert.

 

Maastricht

Wie war das für euch?

Der Verband brauchte mehr als ein Jahrzehnt, um auf festen finanziellen Füßen zu stehen, was oft sehr stressig und nervenaufreibend war. Zuhause bekamen wir das hautnah mit. Das war gut und schlecht. Gut, weil wir wussten, womit Birgit sich beschäftigte, was sie erreichte und was ihr Freude machte und schlecht, weil wir manchmal den Ärger aus dem Büro miterleben mussten.

Wie sieht die Situation aktuell aus?

Je länger sie den Verband leitete und je mehr die Arbeit zur Routine wurde, um so unzufriedener und unausgeglichener wurde Birgit. Sie braucht kreative Herausforderungen, sie liebt es, Lösungen zu finden, an die bisher niemand gedacht hat und sie ist sehr gut darin, Menschen so zu fördern, dass sie ihre Stärken und Fähigkeiten optimal nutzen und Spaß an der Arbeit haben.

Johanna und Birgit

Instagram-Stars

 

Auch wenn Birgit einen anderen Weg im Berufsleben eingeschlagen hat, als wir es uns gedacht hatten, so ist es doch gut, dass sie nun endlich wieder kreativ werden kann. Ich bin mir sicher, dass Birgit mit ihrer Neugier, Ihrer Zugewandtheit, ihrer ausgeprägten Fähigkeiten zum Netzwerken und ihrer vorurteilsfreien offenen Art viele Menschen und Unternehmen unterstützen kann, ihre eigene Richtung zu finden. Lebe deinen Traum, Birgit!