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„Guten Morgen, liebe Sorgen seid ihr auch schon alle da? Habt ihr auch so gut geschlafen, na dann ist ja alles klar.“

Sorgen -Wir alle erleben sie

Was ist der Grund dafür, dass dieses Lied ein Hit wurde? Ist es Jürgen von der Lippes spröder Charme? Ist es sein westfälischer Akzent? Sind es die quietschbunten Hawaii-Hemden? Oder liegt es daran, dass er uns aus dem Herzen spricht? Selbst nach Jahrzehnten können ein paar Takte des Liedes angespielt werden und einen Flashmob auslösen. Probieren Sie das mal in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit. Nehmen Sie eine Gitarristin, stellen Sie sich in irgendein Zugabteil und singen Sie los. Was glauben Sie, was passiert? Und bitte, sorgen Sie sich nicht. Machen Sie es einfach!

Wir alle können ein Lied davon singen. Von unseren Sorgen. Von gutem oder schlechtem Schlafen. Und wenn wir dann mit Peter Alexander unsere Sorgen gezählt haben, wissen wir, dass alles in Ordnung ist.

Sorge zermürbt, Sorge macht uns schlaflos, Sorge lässt uns verzweifeln. Sorge lässt uns an Gewicht zulegen oder verdirbt uns den Appetit, Sorge macht uns antriebslos oder treibt uns in verzweifelten Aktionismus. Wir alle sorgen uns.

Doch manche werden darüber krank und andere leben mit der Sorge. Wie geht das? Warum zerbricht mein Nachbar an seiner Sorge und ich werde durch die Sorge innovativ und komme voran?

Sorgen gibt es schon seit jeher

Wikipedia definiert „Sorge“ folgendermaßen:

Der Begriff Sorge beschreibt ein durch vorausschauende Anteilnahme gekennzeichnetes Verhältnis des menschlichen Subjektes zu seiner Umwelt und zu sich selbst. Eine subjektiv erwartete Not wird gedanklich vorweggenommen und wirkt sich im Fühlen, Denken und Handeln des Besorgten oder Sorgenden aus. Das Spektrum reicht dabei von innerlichem Besorgt- oder Beängstigt-Sein bis zur tätigen Sorge für oder um etwas. (Sorge, kein Datum)

Die Sorge ist schon immer eine Begleiterin der Menschheit. Schon die Römer und davor ganz sicher auch die Griechen und andere Kulturen haben sich mit der Sorge auseinandergesetzt.

Überliefert ist die Fabel des Hyginus aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Nach dessen Verständnis wird der Mensch im Tod aufgeteilt in Körper und Geist. Der Geist geht an Jupiter, der Körper an Tellus (Erde), aber zu Lebzeiten gehört der Mensch der Sorge. Toll! Damit ist klar, dass wir der Sorge nicht entkommen können, sondern lernen müssen, mit ihr zu leben. Außerdem ist klar, dass jeder der Sorge gehört. Du bist nicht allein!

Die zwei Arten von Sorge

Wir teilen die Sorge in 2 Bereiche auf:

  1. Ich sorge mich um etwas
  2. Ich sorge für etwas

Dabei hat im Sprachgebrauch das „Sich sorgen um etwas“ den Begriff der Sorge weitgehend besetzt. Was löst das Wort „Sorge“ in Ihnen aus? Hören Sie mal in sich rein. Was passiert in Ihrer Gefühlswelt, wenn Jemand zu Ihnen sagt: “Ich sorge mich, ich mache mir Sorgen …“.

Es löst in uns den Reflex des Mitgefühls aus. Sorge ist negativ besetzt. Niemand sollte Sorgen haben oder sich Sorgen machen. Wir wollen und sollen alle glücklich sein.

Die positive Seite „sorgen für etwas“ vergessen wir im Alltäglichen. Dabei ist sie tief verankert in unserer Gesellschaft. Wir haben sogar ein „Sorgerecht“, also das Recht, für Jemanden zu sorgen. Es gibt die Fürsorge, die besonders sozial eingestellten Menschen einen tiefen Lebenssinn gibt.

Die zwei Gesichter der Sorge

Sorge hat zwei Gesichter:

Gesicht 1          Sorge kann negativ und destruktiv sein

Gesicht 2:         Sorge kann motivierend und sinnstiftend sein

Ich denke während des Schreibens and die Mutter, die endlich nach vielen Versuchen noch einmal schwanger geworden ist. Sie schafft es, das Kind auszutragen und entbindet kurz vor dem errechneten Geburtstermin Die Vorsorgeuntersuchungen waren alle positiv und ohne Befund, doch das Leben hat manchmal andere Pläne mit uns: Das Kind kommt mit schwersten Behinderungen auf die Welt.

Anstelle der Leichtigkeit der Freude legt sich die Sorge wie ein schwerer Mantel auf die Familie. Wird das Baby leben? Wie wird unser Leben von jetzt an aussehen? Schaffen wir das? Psychisch und physisch. Können wir das? Was kommt auf uns zu? Was können wir planen? Wie werden die Geschwister und die Verwandten reagieren? Was werden die Leute sagen? Kann ich meinen Beruf weiter ausüben? Werden wir Finanzsorgen haben?

Spüren Sie den Strudel der Sorge, der die Mutter, den Vater, die ganze Familie zu verschlingen droht? Dazu kommen unendlich viele schlaflose Nächte durch das Versorgen des Babys und wenn das Baby schläft, schlafen die Eltern noch lange nicht. Sie sorgen sich.

Irgendwann kommen die Sorgenden an den Punkt an, wo sie sich entweder entscheiden zu handeln und die Sorge für das Wohl des Kindes und der Familie übernehmen oder sie driften aus der Sorge in eine lähmende Angst und erstarren.

Genau hier scheidet sich der Weg der Sorge. Wirkt die Sorge

  • Konstruktiv oder
  • Destruktiv

Die Definition der Sorge ist das vorausschauende Denken, über das, was sein kann. Dieses vorausschauende Denken kann Zukunftsangst auslösen oder Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Beides ist möglich.

Die Eltern des schwerstbehinderten Kindes haben viel nachgedacht, geredet und geweint. Sie haben nun die Möglichkeit, den weiteren Verlauf der Sorge um und für ihr Kind zu beeinflussen.

Möglichkeit 1: Die Opferrolle

Sie verhalten sich passiv, sehen sich als Opfer, beklagen sich und hoffen, dass das Mitgefühl der Anderen sie durch das Leben trägt. Die Fakten verbessern sich nicht. Die Situation wird unerträglich. Irgendwann streiten sich die Eltern, sie sind ungeduldig mit den anderen Kindern. Es gibt keine Hoffnung, nur immerwährendes Elend, so lange die Ursache, die Behinderung des Kindes existiert. Das Drama, das sich aus diesem Opferverhalten entwickelt, kennen wir alle aus zahllosen Spielfilmen. Doch wenn wir Spielfilme sehen, gibt es meistens ein Happy End.

Möglichkeit 2: Aktive Akzeptanz

Die Eltern ergeben sich nicht passiv in die Situation, sondern werden aktiv. Sie erkennen die Situation an und setzen sich damit auseinander. Sie reden mit Familie, Freunden, Praktikern und Organisationen. Sie sehen Möglichkeiten. Sie lassen sich helfen. Sie akzeptieren die Situation als Herausforderung. Sie lassen sich darauf ein.

Das Resultat kann sein, dass eines der Elternteile eine neue Aufgabe darin sieht, sich um die Organisation des Alltages mit schwerstbehindertem Kind zu kümmern. Die Aufgabe erfüllt mit Sinn. Sie kann kreativ und erfüllend sein. Nach und nach werden Fortschritte erkennbar. Die Eltern erlernen neue Fähigkeiten, die ihnen helfen, Hürden zu überwinden. Das Happy End ist kein Ende, aber ein positiver Lebensweg.

Coaching hilft den richtigen Umgang mit Sorge zu finden

Am Scheideweg, an dem ich entscheide, ob ich Opfer bleibe oder ob ich aktiv werde und selbst gestalte, kann ich mir in schwierigen Situationen von einem Coach helfen lassen. Ich kann mit dem Coach meine Gedanken sortieren, meine Situation analysieren, meine Werte und Fähigkeiten, meine Bedürfnisse erkennen, meine Ressourcen nutzen, Ideen entwickeln und Möglichkeiten eröffnen. Daraus ergeben sich Ziele, die ich gemeinsam mit dem Coach in bewältigbare Schritte aufteile, um sie in meinem Leben bewältigen zu können. Die Akutmethode setzt genau hier an.

Ein Coach hilft mir, diese Ziele im Auge zu behalten. Sie fängt mich auf, wenn ich mal nicht weiterweiß und motiviert mich durchzuhalten auf Durststrecken oder andere Wege zu finden. Die Belohnungen für mein Handeln stellen sich dann nach und nach von selbst ein.

Manchmal reicht es, mit John Lennon einfach nur durchzuhalten „Whatever gets you through the night ‚tsalright, ‚tsalright.“

Nutzen Sie die Sorge als Antrieb. Die Antworten auf die Fragen, die Sie beschäftigen und Sie wachhalten, bringen Sie weiter im Leben. Ich helfe Ihnen, diese Antworten zu finden.

Ihre Birgit Arnold

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