Nicht mehr alles gleichzeitig: Wie aus vielen Projekten eine unternehmerische Priorität wurde

Anonymisierte Coaching-Fallstudie

Unternehmerin priorisiert Projekte anhand wirtschaftlicher Kriterien und persönlicher Energie

Wie wirtschaftliche Kriterien und persönliche Energie zu einer klareren Projektentscheidung führten.

Auf einen Blick

Ausgangslage: Der Kalender war voll, doch sehr unterschiedliche Projekte wurden zunächst als ähnlich wichtig behandelt.

Ziel: Eine begründete unternehmerische Priorität wählen und die Kosten des Nicht-Entscheidens sichtbar machen.

Vorgehen: Projekte nach Ertrag, Zeit, Energie, Marktzugang, Wiederholbarkeit und strategischem Nutzen bewerten.

Belegtes Ergebnis: Ein unwirtschaftliches Projekt wurde beendet, ein passenderes Gruppenformat kalkuliert und durchgeführt.

Hinweis zur Anonymisierung: Diese Fallstudie verdichtet einen dokumentierten Coachingverlauf. Branche, Angebotsbezeichnungen und einzelne Rahmenbedingungen wurden verändert. Das dargestellte Motiv ist ein KI-generiertes Symbolbild; die abgebildeten Personen sind keine gecoachten Personen.

Der Kalender war voll und fast jedes Projekt hatte einen guten Grund, weiterzulaufen. Trotzdem blieb am Monatsende die Frage, welches davon tatsächlich zum gewünschten Unternehmen beitrug – und welches nur Zeit und Energie band.

Ein voller Kalender ohne klare unternehmerische Richtung

Die Unternehmerin verfügte über Erfahrung, ein gutes Netzwerk und zahlreiche Geschäftsideen. Gleichzeitig verfolgte sie sehr unterschiedliche Projekte: niedrig vergütete Bildungsangebote, Leistungen für Unternehmen, eine spezialisierte Beratung und mehrtägige Gruppenformate.

Sie arbeitete viel, bereitete neue Angebote vor und führte zahlreiche Gespräche. Trotzdem blieb unklar, welches Geschäftsfeld wirtschaftlich tragfähig war und worauf sie ihre begrenzte Zeit konzentrieren sollte.

Die Überlastung entstand vor allem durch fehlende Auswahl. Jedes Projekt wurde zunächst als ähnlich wichtig behandelt. Auch ein Angebot mit mehreren Terminen, Vorbereitung und Fahrtzeiten blieb im Portfolio, obwohl die Gesamtvergütung den Aufwand nicht abbildete.

Die Entscheidung, nicht jedes sinnvolle Projekt fortzuführen

Der Wendepunkt kam mit einer nüchternen Gegenüberstellung. Ein sympathisches Projekt blieb trotz mehrerer Termine, Vorbereitung und Fahrtzeit wirtschaftlich unpassend. Diese Erkenntnis machte das Beenden nicht leicht, aber begründbar.

Wir bewerteten die Projekte anhand von Umsatzpotenzial, Zeit- und Reiseaufwand, persönlicher Energie, Zugang zur Zielgruppe, Wiederholbarkeit und strategischer Bedeutung. Für das bevorzugte Gruppenformat berechneten wir die Mindestzahl der benötigten Teilnehmenden.

Damit wurde aus einer emotionalen Entweder-oder-Frage eine unternehmerische Entscheidung, die wirtschaftliche und persönliche Kriterien verband.

Die AKUT-Methode im Verlauf

Verlauf: Die Analyse verglich sämtliche Projekte nach Ertrag, Aufwand, Energiebedarf, Marktzugang und strategischem Nutzen. Unter Klarheit & Konzept entstanden eine Priorität und Kriterien für Beenden, Fortführen oder späteres Prüfen. Die Umsetzung wurde sichtbar, als ein unwirtschaftliches Projekt endete und das Gruppenformat kalkuliert und durchgeführt wurde. Fachbeiträge, Einstiegsangebot und geplantes Kontaktmanagement bildeten die unterstützende Ebene Team & Tools.

Ein Projekt endet, ein tragfähigeres Format rückt nach vorn

Die Unternehmerin beendete das schlecht vergütete Projekt. Sie konzentrierte sich stärker auf das passendere Gruppenformat, kalkulierte dessen Wirtschaftlichkeit und führte es durch. Parallel veröffentlichte sie einen Fachbeitrag und bewarb ein kompaktes Einstiegsangebot.

Mehr Fokus – bei weiterhin offener Firmenkundenakquise

Das Gruppenformat wurde erfolgreich durchgeführt und sollte erneut angeboten werden. Ein nachweislich unprofitables Projekt beanspruchte keine weitere Arbeitszeit. Sichtbarkeit und Akquise wurden gezielter begonnen.

Ehrliche Einordnung: Die Gewinnung von Firmenkunden verlief weiterhin langsam. Das geplante Kontaktmanagement war noch nicht vollständig eingerichtet. Ein konkreter Zeitgewinn oder eine allgemeine Umsatzsteigerung ist nicht belegt.

Mein Beitrag als Coach – und punktuell als Beraterin

Im Coaching machten wir zunächst die versteckten Kosten jedes Projekts sichtbar. Nicht nur die Veranstaltung selbst, sondern auch Vorbereitung, Fahrt, Nacharbeit und die Energie zwischen den Terminen flossen in die Betrachtung ein. Ich hielt die Unternehmerin dort fest, wo Sympathie, bereits investierte Arbeit oder Verpflichtungsgefühl eine nüchterne Bewertung überlagerten.

Beratend brachte ich eine Bewertungsmatrix ein und rechnete mit ihr beim Gruppenformat die Mindestteilnehmerzahl durch. Anschließend wurden die Projekte nicht nur in ‚gut‘ oder ’schlecht‘, sondern in fortführen, später prüfen und bewusst beenden sortiert. Welche Tätigkeit endete und welches Format Vorrang erhielt, entschied die Unternehmerin selbst.

Fazit für andere Unternehmer und Selbstständige

Was du daraus mitnehmen kannst: Unternehmerische Priorisierung bedeutet nicht, die längste Aufgabenliste effizienter abzuarbeiten. Sie verlangt auch, wirtschaftlich oder strategisch unpassende Vorhaben bewusst zu beenden.

Das kannst du jetzt konkret tun: Bewerte alle laufenden Projekte auf einer Skala von eins bis fünf nach Ertrag, Zeitbedarf, Energie, Marktzugang und strategischem Nutzen. Pausiere oder beende das schwächste Projekt zunächst bewusst, statt die gesamte Liste nur effizienter abarbeiten zu wollen.

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Eine Stimme aus einer anderen Zusammenarbeit

Porträt von Michael Wohlfart

Michael Wohlfart

„Das Coaching hat mir sehr geholfen mich selbst zu reflektieren und den Fokus auf mein Lieblingsthema zu setzen. Ich konnte meine Unsicherheit abbauen und in mir die notwendige Zuversicht und positive Bestärkung aufbauen, um endlich die Entscheidung zu fällen, die ich eigentlich schon in mir getragen habe.“

Diese Kundenstimme stammt aus einer anderen Zusammenarbeit und gehört nicht zur anonymisierten Fallstudie.

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