Du hast einen Auftrag gut abgeschlossen und denkst trotzdem: „Das war nur Glück.“ Oder du schiebst ein Angebot auf, weil du dich noch nicht kompetent genug fühlst. Solche Selbstzweifel lassen sich an einer konkreten Arbeitssituation untersuchen. Dieser Beitrag bietet Reflexionsfragen und stellt keine Diagnose.
Beschreibe den Anlass genau
Wähle eine Situation statt eines Urteils über deine ganze Person. Was steht an: ein Kundengespräch, eine Präsentation oder eine neue Aufgabe? Notiere, was du befürchtest und woran du diese Befürchtung festmachst.
Trenne Beobachtung und Bewertung
„Ich konnte eine Frage nicht beantworten“ ist eine Beobachtung. „Ich bin für diese Arbeit ungeeignet“ ist eine weitergehende Bewertung. Prüfe, welche Informationen dir fehlen und ob du aus einem einzelnen Moment eine allgemeine Schlussfolgerung ziehst.
Prüfe deine Maßstäbe
Was wurde für den Auftrag tatsächlich vereinbart? Was muss fachlich richtig sein und wo erwartest du von dir mehr als verlangt? Hole bei Unklarheit Rückmeldung ein. Frage nach einem konkreten Arbeitsergebnis, etwa: „Was war an der Auswertung hilfreich und was fehlt dir noch?“
Mach Können und Lernbedarf sichtbar
Notiere, was du bereits selbstständig bearbeiten kannst, wo du Unterstützung brauchst und was du als Nächstes lernen möchtest. Beide Seiten dürfen nebeneinanderstehen. Ein Lernbedarf macht die vorhandene Erfahrung nicht wertlos.
Wähle einen kleinen nächsten Schritt
Vielleicht bereitest du drei Fragen für das Gespräch vor, lässt einen Entwurf gegenlesen oder klärst eine fachliche Grenze vor der Zusage. Wähle etwas, das in deinem Einfluss liegt. Ein bestimmter Umsatz oder eine feste Zahl neuer Kunden lässt sich durch mehr Selbstvertrauen allein nicht zusichern.
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Im Business-Coaching können wir eine berufliche Situation, Erwartungen und Handlungsmöglichkeiten gemeinsam sortieren. Coaching ersetzt keine Psychotherapie. Wenn die Belastung über berufliche Fragen hinausgeht oder deinen Alltag stark beeinträchtigt, ist eine entsprechend qualifizierte Anlaufstelle sinnvoll. Auch der DBVC grenzt Coaching von Psychotherapie ab.
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